Das Zwischenjahr

15. Juli 2020

Das Zwischenjahr

Wer Ende Sekundarschule oder nach bestandenen Maturitätsprüfungen noch nicht weiss, was er anschliessend tun möchte, kann ein Zwischenjahr einlegen. Wobei dieses helfen kann und weshalb es trotzdem kritisiert wird, zeigt dieser Blog.

Es ist nicht einfach, im Teenageralter eine wichtige Entscheidung zu treffen. Soll man das Gymnasium besuchen? Oder doch lieber eine Berufslehre beginnen? Wohin führt der Weg nach bestandener Maturität? Wer für diese Entscheidung ein wenig länger braucht, legt oft ein Zwischenjahr, auch Brückenangebot genannt, ein.

Das 10. Schuljahr

Wer unsicher ist, wie es nach der Sekundarschule weitergeht, die Aufnahmeprüfung für seine Wunschschule nicht bestanden hat oder keine Lehrstelle gefunden hat, kann ein 10. Schuljahr auf Sekundar-oder Realniveau einlegen. Dieses Schuljahr unterstützt Jugendliche bei der Berufswahl und verbessert die Zukunftsaussichten durch den Ausbau der schulischen und sozialen Fähigkeiten. Das Brückenangebot existiert mit allgemeiner Ausrichtung oder zur Vorbereitung auf bestimmte Berufe, wie etwa kaufmännische Berufe. Das 10. Schuljahr sollte nicht als Notlösung angesehen werden, sondern als Vorbereitung auf ein Gymnasium, eine Lehrstelle oder eine andere Ausbildung.

Das 10. Schuljahr wird an vielen Privatschulen kostenpflichtig angeboten. Es kann beispielsweise an den Feusi Schulen absolviert werden. Am Standort Bern kostet das 10. Schuljahr 2300 Franken pro Quartal. An den Minervaschulen in Zürich bezahlt man für das Zwischenjahr 5700 Franken pro Semester. Der Unterricht findet jeweils halbtags statt.

Zum Teil bieten auch öffentliche Schulen das 10. Schuljahr an. Die öffentlichen Schulen arbeiten eng mit den Berufsberatern zusammen und helfen den Jugendlichen, einen für sie passenden Berufsbereich zu finden. Weiter werden Schülerinnen und Schüler unterstützt, die die Aufnahmebedingungen für eine weiterführende Schule nicht erfüllt haben. Im Kanton Zürich kann das Berufsvorbereitungsjahr in verschiedenen Varianten absolviert werden. Die sogenannte schulische Variante des Berufsvorbereitungsjahrs hilft bei der Berufswahl und versucht, Wissenslücken zu schliessen. Zwanzig bis vierzig Prozent der Ausbildung sind praktischer Natur. Das Jahr kostet 2500 Franken, wird aber je nachdem von der Gemeinde zurückerstattet.

zwischenjahr
Als Teenager weiss man nicht immer, was man will

Zwischenjahr im Ausland nach der Matura

Nach Abschluss des Gymnasiums sehnen sich viele Schülerinnen und Schüler nach einem Tapetenwechsel und einer Verschnaufpause. Es besteht die Möglichkeit, ein Zwischenjahr im Ausland abzulegen. Dieses kann verschiedene Zwecke haben.

Aupair Aufenthalt im Zwischenjahr

Recht beliebt sind Aupair Aufenthalte mit einer durchschnittlichen Dauer von zwölf Monaten im Ausland, beispielsweise in den USA. Diese werden unter anderem von der Organisation Cultural Care Aupair organisiert. Als Aupair wohnt man kostenlos bei einer Gastfamilie, hat sich aber bis zu zehn Stunden pro Tag um den Haushalt und die Kinderbetreuung zu kümmern. Weiter hat man die Möglichkeit, Kurse an einem College oder einer Universität zu besuchen und zu reisen. Man erhält keinen Lohn, sondern ein Taschengeld, das man für die Freizeit verwenden kann. Das Aupair Jahr ermöglicht eine spannende Zeit, während der man seine sozialen sowie seine sprachlichen Kompetenzen entwickeln kann. Allerdings hängt die Qualität des Jahres stark von der Gastfamilie ab. Je nach Familie kann man auch ausgenützt werden. Wenn eine Organisation aber jahrelang mit derselben Familie zusammenarbeitet, ist dies sicherlich ein gutes Zeichen.

Praktikumsjahr

Es besteht auch die Möglichkeit, ein internationales Praktikumsjahr im Ausland zu absolvieren. Dadurch verbessert man seine Sprachkenntnisse, sammelt Berufserfahrung und stellt eventuell fest, in welche Richtung man beruflich hin möchte. Das Auslandpraktikum kann auf internationalen Praktikumsbörsen selbst gesucht werden. Die Planung nimmt aber viel Zeit in Anspruch. Weniger zeitintensiv ist es, wenn man sich ein Praktikum durch eine Organisation wie EF vermitteln lässt. Anbieter wie Sema Auslandpraktikum ermöglichen zudem einen interessanten Mix aus Praktika und Sprachkursen. Es gilt zu beachten, dass die Praktika gar nicht beziehungsweise schlecht vergütet werden. Deshalb sollte man sich Gedanken um die Finanzierung machen.

ATUTOR

Freiwilligenarbeit

Einige Absolventen interessieren sich für einen Freiwilligeneinsatz im Ausland. Dieser findet oft in Drittweltländern wie Südafrika statt und ist etwa in den Bereichen Bildung, Gesundheit oder Kinderhilfsarbeit möglich. Was auf den ersten Blick seltsam wirkt, ist, dass man für die Arbeit sogar bezahlen muss. Dies liegt unter anderem daran, dass die Planung des Aufenthalts viel Zeit erfordert und es den Organisationen vor Ort an finanziellen Mitteln fehlt. Durch den freiwilligen Einsatz verbessert man nicht nur seine Sprachkenntnisse, sondern gewinnt durch die zum Teil schwierigen Erfahrungen an Selbständigkeit und Reife. Auch auf dem CV macht sich ein freiwilliger Einsatz sehr gut. Freiwilligenarbeit ist auch in der Schweiz eine Option. Es besteht etwa die Möglichkeit, auf einem Bauernhof zu arbeiten.

Reisen

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einfach auf eigene Faust zu reisen. So kann man die Welt entdecken und viele spannende Geschichten mit nach Hause nehmen. Wer alleine reist, findet normalerweise schnell Freunde aus aller Welt. Allerdings ist diese Art des Zwischenjahrs nur bedingt zu empfehlen. Einerseits verfällt man schnell in einen entspannten Zustand, der sich nicht so leicht überwinden lässt, wenn man plötzlich nach einem Jahr wieder lernen sollte. Andererseits macht sich so ein Jahr nicht sonderlich gut im Lebenslauf. Wenn man schon solch ein Zwischenjahr macht, sollte man es immerhin mit einem Sprachkurs oder einem freiwilligen Einsatz kombinieren.

Kritik am Zwischensemester

Das Zwischenjahr stösst auch auf Kritik. Einerseits besteht die Gefahr, dass man das Problem nur hinausschiebt und auch nach einem Jahr noch nicht weiss, was man eigentlich will. Weiter kann man sich je nach ausgewähltem Zwischenjahr an einen gemütlichen Lebensrhythmus gewöhnt haben und so kann der Start in einen neuen Karriereschritt schwierig werden. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass man den Absprung verpasst und dass aus einem Zwischenjahr immer mehr Jahre werden. Irgendwann ist die Überwindung dann zu gross, noch ein Studium oder weitere Ziele in Angriff zu nehmen. Wer sein Zwischenjahr aber seriös plant und sich auch strikt an diesen Plan hält, für den kann dieses Jahr eine bereichernde Erfahrung sein.

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