MotivatioNsschreibeN

20. April 2019

Wie verfasse ich ein Motivationsschreiben für eine Bewerbung?

Dein Bewerbungsanschreiben ist fertig, der Lebenslauf wurde mit einem aktuellen Bewerbungsfoto ausgestattet und die Zeugnisse, Praktikumsbelege etc. sind angefügt. Eins fehlt jedoch noch: richtig, das Motivationsschreiben! War es früher lediglich eine Zugabe, solltest Du bei einer modernen Bewerbung besser nicht darauf verzichten. Es ist ein sehr hilfreiches Mittel, dem Personal- oder Studiengangverantwortlichen zusätzliche und ganz individuelle Anhaltspunkte zu geben, warum gerade Du für die ausgeschriebene Stelle bzw. das Studium am besten geeignet bist. Um mit einem Motivationsschreiben wirklich punkten zu können solltest Du keinen Einheitsbrei abliefern. Es sollte jeweils sehr genau auf die jeweilige Position ausgerichtet sein. Versendest Du einen Standardbrief, kannst Du Dir häufig fast schon sicher sein, dass Deine Unterlagen auf dem Ablagestapel landen. Tatsächlich ist ein gutes Motivationsschreiben mit den richtigen Kniffen gar nicht so schwer zu erstellen. Eine kleine Nachhilfe, wie es genau funktioniert, gibt’s in hier:

Das Ziel: der Arbeitsvertrag

Was ist ein Motivationsschreiben?

Das Motivationsschreiben ist viel wichtiger, als oft vermutet! Es wird auch als dritte Seite der Bewerbungsmappe oder als kreatives Anschreiben bezeichnet. Bei der Vergabe von Ausbildungsstellen und Studienplätzen etc. sollte der Bewerber dort seine ganz persönliche Motivation möglichst deutlich machen. Es ist ideal geeignet, den Informationen, die in den anderen Bereichen Aufgeführt sind, den letzten Schliff zu geben und sich deutlich von der Konkurrenz abzuheben. Nach Möglichkeit schreibst Du hier also nicht alles noch einmal nieder, sondern erweiterst die vorherigen Angaben um spezielle Sachverhalte, die für den Verantwortlichen bzw. in Bezug auf die Stelle relevant erscheinen. Anschreiben und Lebenslauf sind eher statische Zusammenfassungen. Beim Motivationsschreiben hast Du jedoch etwas mehr Freiheiten, Dich darzustellen. Allerdings gilt es natürlich auch hier, diverse Eckpunkte zu beachten. Diese sind bei der Berufswahl und bei Studienplätzen sowie anderen Positionen, die ein solches Schreiben verlangen, gleichermassen wichtig.

Welche Inhalte umfasst ein Motivationsschreiben?

Grundsätzlich kann das Motivationsschreiben in eine der beiden nachfolgend beschriebenen Richtungen gehen.

1. Das klassische Motivationsschreiben

In der Regel wird das Motivationsschreiben als Ergänzung zum Anschreiben genutzt. Letzteres sollte nur eine Seite umfassen. Da ist es natürlich mitunter schwierig, neben den vielen Formalitäten alle relevanten Argumente unterzubringen. Das Motivationsschreiben bezieht sich aber ebenso auf den Lebenslauf. Wichtige Punkte der Bewerbung werden noch einmal verdeutlicht bzw. ausgeweitet und mit der jeweiligen Stelle in Verbindung gesetzt. Es soll mithilfe dieser Informationen letztendlich ganz klar herausgestellt werden, warum der Interessent sich auf die jeweilige Position bewirbt.

2. Das Kurzprofil

Manchmal ist auch ein Kurzprofil gewünscht. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Zusammenfassung der gewichtigsten Argumente für den Bewerber sowie dessen top Kompetenzen. Hier gibt es die Chance, nicht nur Kernkompetenzen aufzuführen, die bereits mehr oder weniger genauso im Lebenslauf stehen, sondern auch jene zu berücksichtigen, die vielleicht in weiteren Zusammenhängen für die jeweilige Stelle Relevanz haben. Das Kurzprofil bietet Platz also für Kenntnisse und Skills, die nicht unmittelbar mit der ausgeschriebenen Stelle zu tun haben, aber dennoch Pluspunkte bringen können.

Das Motivationsschreiben dient letztendlich dazu, die Arbeit des jeweils Verantwortlichen zu erleichtern. Bestenfalls bietet es eine Übersicht zu Eckdaten, Argumenten sowie Kompetenzen und hilft somit Zeit zu sparen. Behalte das also unbedingt im Hinterkopf, wenn Du Dein Motivationsschreiben verfasst. Was letztendlich genau geschrieben werden sollte, ist selbstverständlich immer von der Studien-, Berufswahl etc., den konkreten Anforderungen der Stellenanzeige und dem eigenen Lebenslauf – sowie den letztendlichen Zusammenhängen all dieser Faktoren abhängig.

Beim Jobinterview wird häufig auch das Motivationsschreiben angesprochen

Worauf ist besonders zu achten?

Korrekte Rechtschreibung

Wir alle machen Fehler, das ist menschlich – jedoch sollten Dir in Deinem Motivationsschreiben keine Rechtschreib- und Flüchtigkeitsfehler unterlaufen! Verwende also die Rechtschreibprüfung und lasse jemanden Korrektur lesen. Fehlerhafte Bewerbungen zeugen von Desinteresse.

Einheitliche Formatierung

Wenn Du schon viele Bewerbungen verfasst hast, übernimmst Du Teile aus vorherigen Motivationsanschreiben und änderst diese entsprechend – das ist vollkommen legitim. Es darf Dir dabei jedoch nicht passieren, auf einmal abweichende Schriftarten oder -grössen zu kombinieren. Achte also darauf im Motivationsschreiben, Lebenslauf und Anschreiben die gleiche Formatierung zu wählen. Das gilt ebenso für die Fuss- bzw. Kopfzeile!

Aussagekraft des Motivationsschreibens

Bringe Deine Argumente kurz und prägnant vor. Endlose und zu keiner relevanten Aussage führende Texte sind absolut fehl am Platz! Am besten verwendest Du kurze Hauptsätze mit wenigen Adjektiven. Dabei darfst Du ruhig persönlich und in Ich-Form schreiben. Wichtig ist, dass bei all dem möglichst viel Gehalt rumkommt, aus dem der Personaler oder Studiengangverantwortliche wirklichen Mehrwert für seine Entscheidung ziehen kann.

Wie muss ein Motivationsschreiben aussehen?

Tatsächlich gibt es für ein Motivationsschreiben so gut wie keine formalen Vorgaben. Natürlich muss ersichtlich sein, von wem es stammt und an wen es gerichtet ist. Ein Briefkopf und/oder eine Fusszeile sind also durchaus angebracht. Ansonsten kannst Du jedoch frei designen und formulieren. Achte dabei nur darauf, dass die Ausarbeitung zu der jeweiligen Branche, zum Studiengang etc. passt und insgesamt nicht zu pompös ausfällt. Das Einbinden von Bildern, Grafiken oder ähnlichen Merkmalen sollte – wenn nicht explizit für eine Stelle oder im Zusammenhang mit den eigenen Infos relevant – besser vermieden werden. Hier findest Du eine Vorlage.

Listen und Aufzählungen

Du verzichtest auf einen Fliesstext und arbeitest stattdessen mit Stichpunkten, die Du mit Schlüsselbegriffen besetzt. Dabei handelt es sich meistens um Begriffe, die im Stellenangebot zu finden sind. Diese verbindest Du dann mit Deiner Motivation. Hier können auch diejenigen Bewerber punkten, denen kreatives Schreiben weniger liegt. Auf Standardformulierungen und Floskeln sollte jedoch keinesfalls zurückgegriffen werden. Da Listen und Aufzählungen eher unpersönlich und statisch sind, bergen sie leider auch bei der besten Umsetzung die grosse Gefahr, weniger stark zu wirken als die Fliesstext-Motivationsschreiben der Konkurrenz.

Fliesstext

Der Fliesstext hat jedoch nicht nur Vorteile. Er ist in der Regel zwar deutlich persönlicher, dabei aber auch unübersichtlicher. Achte also darauf, möglichst kurze Absätze zu verfassen und wahre den roten Faden! Fettgeschriebene Marken und Zwischenüberschriften können bei der Optimierung der Übersichtlichkeit hilfreich sein.

Bestenfalls mischst Du Fliesstext und Aufzählung. Hier kannst Du von den Vorteilen beider Mittel profitieren. Der Personal- oder Studiengangverantwortliche sieht so auch, dass Du in der Lage bist, Informationen sinnvoll zu gliedern, was natürlich wiederum auf den Arbeits-/ Studienalltag beziehbar ist.

Überschrift

Du kannst für die Überschrift einfach „Motivationsschreiben“ verwenden, eine individuellere Gestaltung ist aber ebenfalls möglich. Beispiele sind: „Das ist mir wichtig“, „Über mich“, „Meine Motivation“ oder „Warum ich die Richtige bin?“.

Einleitung

Der erste Eindruck zählt! Das gilt selbstverständlich auch beim Motivationsschreiben. Eine ansprechende Einleitung bringt Dich in der Gunst bzw. Aufmerksamkeit des Verantwortlichen oft schon weit nach vorne. Vermeide also unbedingt Standards – sei kreativ. Steige zum Beispiel gleich mit Deinen Stärken ein und beziehe Sie auf die ausgeschriebene Stelle oder den Studiengang.

Hauptteil

Wichtig ist, im Motivationsschreiben neue, einprägsame Akzente zu setzen und nicht einfach noch einmal die Informationen aus Anschreiben und Lebenslauf zu wiederholen. Dabei darfst Du natürlich auf diese referieren. Oder Du setzt ganz anders an und schilderst kurz eine Episode aus Deinem Werdegang, die für die ausgeschriebene Position relevant ist. Ganz zentral sollten nachfolgende Fragen beantwortet werden: Warum möchtest Du genau diesen Job oder Studiengang belegen und warum bist Du der/die Richtige?

Schluss

Verzichte zum Abschluss auf bedürftige Formulierungen, wie „Hoffentlich höre ich von Ihnen.“ oder „Ich würde mich freuen, wenn Sie mich zum Vorstellungsgespräch einladen.“ Sei selbstbewusst! So wirkst Du auf den Verantwortlichen überzeugender. Verzichte auf den Konjunktiv, suche die Kommunikation und/oder mache ein Angebot. Das funktioniert zum Beispiel so: „Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.“ oder „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen.“ oder „Gerne erzähle ich Ihnen noch mehr über mich in einem persönlichen Gespräch.“

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