Textverständnis

Textverständnis

22. Juli 2020

Während ihrer gesamten Schulkarriere begegnen Schülerinnen und Schüler immer wieder Textverständnissen. Diese Prüfungsart stellt für Viele eine Herausforderung dar, kann aber geübt werden.

Bei einem Textverständnis geht es einfach formuliert darum, den Sinn eines Textes zu verstehen. Die ersten Textverständnisse werden im Schweizer Bildungssystem normalerweise in der Primarschule im Schulfach Deutsch absolviert. Gegen Ende Primarschule folgen bereits Textverständnisse in Fremdsprachen, etwa Französisch. Anschliessend sind Textverständnisse auch in den Sekundarschulen und Mittelschulen ein Thema. Je nach Gymnasium können die Schülerinnen und Schüler Textverständnisse in bis zu vier Sprachen zu lösen haben, welche auch fester Bestandteil der schriftlichen Maturitätsprüfungen sind.

Textverständnis wird in jedem Alter geübt

Das Vorgehen

Es kann nicht allgemein gesagt werden, wie am besten an ein Textverständnis herangegangen werden sollte. Lesemethoden sind sehr individuell. Wer aber Schwierigkeiten hat, dem können die von Experten empfohlenen Vorgehensweisen weiterhelfen. Als allererster Schritt sollte man sich den Titel anschauen. Oftmals zeigt dieser bereits auf, von welchem Thema der Text handelt. Genauso gut kann der Titel aber auch eine Anspielung oder ironischer Natur sein. In diesem Fall versteht man ihn erst, nachdem man den ganzen Text gelesen hat. Die meisten Fachkundigen empfehlen, vor dem Lesen des Textes einen ersten Blick auf die Prüfungsfragen zu werfen. So hat man bereits im Kopf, auf was man beim Lesen besonders zu achten hat. Anschliessend kann man den Text durchlesen und die wichtigsten Informationen unterstreichen. Aber Achtung, beim ersten Lesen sollte man sich nicht im Detail verlieren (die Zeit ist bei Textverständnissen knapp bemessen). Es geht nicht darum, jedes einzelne Wort zu verstehen, sondern den Textinhalt zu erfassen. Wenn man anschliessend auf die Fragen eingeht, stellt man oft fest, dass gewisse unklare Wörter keine Auswirkungen auf die Beantwortung der Fragen haben.

Typische Aufgaben

In Textverständnissen gibt es verschiedene Arten von Fragen. Einerseits werden Verständnisfragen gestellt. Diese Fragen prüfen, ob die Schülerinnen und Schüler den Inhalt eines gewissen Absatzes oder Zitats verstehen. Verständnisfragen prüfen auch, ob man einen Inhalt mit eigenen Worten klar und verständlich wiedergeben kann. Insbesondere in Fremdsprachen hat man die Verständnisfragen aber auch oft einfach nur mit richtig oder falsch zu beantworten. Oftmals besteht zusätzlich die Möglichkeit anzukreuzen, dass der Text die Information nicht enthält. Die drei Kategorien erweisen sich als schwieriger als gedacht. Ein Beispiel: In einem Text wird ein Ehepaar erwähnt. Anschliessend wird gefragt, ob das Paar verliebt ist. Kreuzt man nun ja an, weil das Paar verheiratet ist? Oder ist „keine Information im Text” die richtige Lösung (wenn man verheiratet ist, muss man ja nicht verliebt sein?). In solchen Fällen sind die Lösungen oft willkürlich. In Fremdsprachen wird auch oft mit Multiple Choice Fragen getestet.

Leseratten habens in der Prüfung leichter

Definitionen

Anschliessend erfolgen oft Definitionsfragen. Hier geht es darum, schwierige Fremdwörter zu definieren, was eine ganz schöne Herausforderung sein kann. Die Schwierigkeit besteht darin, dass ich das zu definierende Wort sowie Wörter derselben Wortfamilie nicht verwenden darf. Ein Beispiel: Wenn ich Eloquenz zu definieren habe, darf ich nicht schreiben, dass das Nomen Eloquenz die Fähigkeit umbeschreibt, eloquent zu sein. Wie finde ich also eine geeignete Definition? Falls ich das zu definierende Wort kenne, kann ich versuchen, das Wort mit meinen eigenen Worten zu erklären: Eloquenz beschreibt die Fähigkeit, gut mit der Sprache und Wörtern umzugehen. Falls ich das Wort nicht kenne, muss ich versuchen, es im Textzusammenhang zu verstehen. Falls dort beispielsweise steht „Sie sprach mit Eloquenz und überzeugte das Publikum” kann ich mir überlegen, durch welches andere Wort beziehungsweise welche Wortgruppe ich Eloquenz ersetzen könnte. Da der zweite Teil des Satzes (überzeugte das Publikum) positiv ist, muss auch das Nomen eine positive Bedeutung haben; sie sprach sehr gut.

Synonyme und Antonyme

Die meisten Textverständnisse beinhalten Fragen, bei denen man Synonyme oder Antonyme (Gegenteile) eines Wortes finden muss. Diese Aufgaben erweisen sich insbesondere in Fremdsprachen oft als recht schwierig. In diesem Teil des Textverständnisses hat man auch oft ein Wort derselben Wortfamilie zu finden (beispielsweise das passende Adjektiv zu einem Nomen). Bei diesen Aufgaben kann man oft Glück oder Pech haben, weil man die Wörter zufälligerweise kennt oder umgekehrt nicht kennt. Um die Erfolgschancen zu erhöhen, kann man vor der Prüfung wiederholen, welche Grundregeln- etwa in Englisch–  es gibt, um Wörter einer Wortart in eine andere umzuwandeln. Falls ich also ein Wort nicht kenne, finde ich eventuell trotzdem das passende Adjektiv, da ich die Grundregeln gelernt habe.

Tipps und Tricks

Viele Schülerinnen und Schüler hören dies nicht sonderlich gerne, aber regelmässiges Lesen ist und bleibt eine zentrale Vorbereitung auf Textverständnisse. Während der Lektüre stösst man immer wieder auf neue, unbekannte Wörter. Dadurch kann man seinen Wortschatz erweitern.

Es ist auch sehr hilfreich und wichtig, in Fremdsprachen zu lesen. Während dem Lesen sollte man unklare Wörter nachschlagen und diese in eine Vokabelliste aufnehmen. Es ist sinnvoll, sich nach jedem gelesenen Absatz Notizen zu machen und anschliessend zu versuchen, mithilfe dieser den gelesenen Absatz wiederzugeben. Beim Textverständnis üben in Fremdsprachen kann man auch viele kreative Ansätze wählen. So kann man beispielsweise im örtlichen Tourismusbüro Flyer in Fremdsprachen mitnehmen und diese lesen.

Was kann man tun, wenn man während der Prüfung ein Wort oder einen Satz nach mehrmaligem Lesen immer noch nicht versteht? Bei einzelnen Wörtern hilft es, sich diese möglichst genau anzuschauen. So sagt etwa die Vorsilbe eines Wortes bereits etwas über das Wort aus. Nehmen wir an, dass Du das Wort „missfallen” nicht verstehst. Dann überlege Dir, was die Vorsilbe „–miss” in einem anderen Wort bedeutet. Im Wort „misstrauen” heisst „miss” so viel wie „nicht”.  Missfallen heisst also folglich nicht gefallen. Weiter kennt man vielleicht den Wortstamm aus einem anderen Wort, welches man versteht.  Oftmals macht es auch Sinn, das Wort von Fremdsprachen abzuleiten. Das Fremdwort verifizieren etwa wird verständlicher, wenn man an die französische „vérité”, Wahrheit, denkt. Während der Prüfung sollte man sich auch auf die Rechtschreibung und Grammatik konzentrieren. Wer ein Wort zwar richtig definiert, aber Fallfehler macht, der verliert Punkte.

Mit Textverständnissen haben Schülerinnen und Schüler nicht nur während Prüfungen zu tun. Die ganze Schulkarriere ist auf der Fähigkeit aufgebaut, Texte zu verstehen. Diese äusserst wichtige Fähigkeit sollte also fortlaufend geübt werden. Online findet man sehr viele Übungsprüfungen. Zudem kann man seine Lesefähigkeiten auch an normalen Texten üben. Es gibt verschiedene Taktiken, die man ausprobieren kann. Im dreistufigen Leseprozess kann man den Text zuerst einmal kurz überfliegen und sich grundsätzlich orientieren. Erst in einem zweiten Schritt geht man den Text genau durch, macht sich Notizen und schlägt unbekannte Wörter nach. In einem dritten Teil versucht man, den Text zusammenzufassen.

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