Wie siNNvoll siNd Praktika?

23. Juli 2020

Das Praktikum

Oftmals führt beim Berufseinstieg kein Weg an einem Praktikum vorbei. In diesem Text wird ersichtlich, welche Bedeutung dem Praktikum zukommt und wie man sinnvolle Praktika erkennt.

Keine Position ist mit so vielen Klischees verbunden, wie die des Praktikanten. In vielen Filmen haben Praktikanten für den Kaffeekonsum ganzer Belegschaften zu sorgen und sind Tag und Nacht auf den Beinen. Entspricht diese Darstellung der Wahrheit oder ist sie masslos übertrieben? Das kommt ganz auf die Firma an. In gewissen Praktika ist man tatsächlich nur eine günstige Arbeitskraft. In anderen Unternehmen kann man während dem Praktikum so Einiges lernen.

Der Sinn eines Praktikums besteht darin, erste Berufserfahrung in einem gewissen Bereich zu sammeln. Besonders für Studierende der Universitäten ist dies von Bedeutung, da sie meistens über wenig relevante Berufserfahrung verfügen. An vielen Fachhochschulen sind Praktika zudem Pflicht. Praktika werden bei vielen Firmen in der ganzen Schweiz angeboten und können von einigen Wochen bis zu einem ganzen Jahr dauern. Wenn man bereits genau weiss, in welchem Bereich man arbeiten möchte und einen Berufseinstieg sucht, macht ein längeres Praktikum durchaus Sinn. Wer sich allerdings noch unsicher ist, sollte über eine kurze Praktikumsdauer nachdenken. Die offenen Praktikumsstellen findet man nicht nur auf den Webseiten der Firmen, sondern auch auf Karriereportalen wie jobs.ch.

Die Kaffeemaschine sollte nicht zur Hauptaufgabe werden

Pro und Contra

Es gibt viele Gründe, die für ein Praktikum sprechen. Das Praktikum ermöglicht, erste Berufserfahrung in einem gewissen Bereich zu erlangen. Durch die Praxiserfahrung kann sich herausstellen, dass sich ein Berufsfeld als ganz anders als erwartet entpuppt. Praktika sind also eine wichtige Orientierungshilfe bei der Berufswahl. Ein Vorteil besteht auch darin, dass man einen ersten Schritt in ein Unternehmen macht. Wer einen guten Eindruck hinterlässt, kann später eventuell eine Festanstellung antreten. In vielen Praktika kann man als Praktikant spannende Aufgaben sowie Verantwortung übernehmen. Wer etwa bei SRF ein Praktikum absolviert, darf am Schluss des Praktikums einen eigenen Fernsehbeitrag produzieren. Praktikanten der SBB dürfen die Verantwortung für kleine Projekte übernehmen. Aber Achtung, unbedingt sicherstellen, dass die Aktivitäten auch in einem Praktikumszeugnis bezeugt werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man sein Netzwerk erweitern kann. Kontakte sind für die Jobsuche und das Arbeitsleben sehr relevant.

Leider gibt es auch Nachteile wie die schlechte Bezahlung (meistens zwischen 1000-3000 Franken). Nach wie vor haben einige Praktikumsstellen das Ziel, eine kostengünstige Arbeitskraft für undankbare Aufgaben zu missbrauchen. Während solch einem Praktikum lernt man sehr wenig. Man muss sich gut überlegen, ob sich solch ein Praktikum lohnt, nur um es in den CV schreiben zu können. Zukünftige Arbeitsgeber durchschauen meist, wenn man in einem gewissen Praktikum keine wirklich relevante Arbeitserfahrung gesammelt hat. Ein weiteres Problem besteht darin, dass in vielen Firmen nur geringe Chancen bestehen, nach dem Praktikum eine Festanstellung zu erhalten. Viele Firmen stellen bewusst Praktikanten ein und lassen diese anschliessend wieder ziehen, um Geld zu sparen. Schwierig wird es auch, wenn man von einem Praktikum ins nächste wechselt. Das ist nicht nur finanziell ein Problem, sondern macht sich auch auf dem Lebenslauf nicht sonderlich gut.

Wie erkenne ich ein sinnvolles Praktikum?

Wie bereits aufgezeigt, kann ein Praktikum interessant und lehrreich, aber auch langweilig und ausbeuterisch sein. Leider ist es nicht immer leicht, vor Praktikumsbeginn zu erkennen, welcher der zwei Kategorien das Praktikum angehört. Hilfreich ist sicherlich, sich auf dem Internet über das Praktikum zu informieren. Auf Unternehmensbewertungsportalen wie kununu können Arbeitsnehmer Firmen bewerten.

Es empfiehlt sich, die Stellenbeschreibung genau durchzulesen. Wenn in dieser ständig auf Tätigkeiten wie „Hilfe in der Administration” eingegangen wird, so ist das Praktikum wohl nur bedingt lehrreich. Aber Vorsicht, selbst eine spannende Stellenausschreibung heisst noch lange nicht, dass das Praktikum tatsächlich vielfältig ist. Deshalb sollte man während dem Vorstellungsgespräch kritisch hinterfragen, mit welcher Regelmässigkeit welche Aufgaben gemacht werden. Man sollte auch nachhaken, wie realistisch die Übernahme ist. Wird in absehbarer Zeit eine Position frei, die man eventuell übernehmen könnte? Wenn dies nicht der Fall ist, so kann man noch so gut sein und wird doch nicht übernommen. Frage auch nach, wie viele ehemalige Praktikanten aktuell in der Firma arbeiten. So erhält man ein Gespür dafür, wie gut die Übernahmechancen generell sind. Auch über die Arbeitszeiten sollte man sich genauer informieren. Hilfreich kann auch sein, ein Feedback bei aktuellen Praktikanten einzuholen. Auf dem Berufsnetzwerk linkedin findet man oft die Praktikanten einer Firma und kann diese anschreiben. Das Praktikum sollte einen Lerneffekt haben. Deshalb sollte man vor Beginn die Lernziele abklären und sichergehen, dass man eine Ansprechperson hat.

Oftmals stellt sich die Frage, ob ein kleines oder ein grosses Unternehmen geeigneter ist? Bezüglich der Recherchemöglichkeiten sind Grossunternehmen sicherlich besser geeignet. Über grosse Firmen erfährt man im Netz sehr viel. Die Schweizerische Post etwa informiert sehr detailliert über die Praktikumsmöglichkeiten. Bei einem kleinen Unternehmen kann es schwierig werden, etwas über die Qualität des Praktikums zu erfahren. Allerdings kann man in kleinen Firmen oft schneller Verantwortung übernehmen, da diese weniger hierarchisch aufgebaut sind.

Jeder Praktikant sollte eine Mentor haben

Das Hochschulpraktikum beim Bund

Als populär gelten die Hochschulpraktika des Bundes, welche jedes Jahr von vier-bis fünfhundert Personen absolviert werden. Es gibt zwei Arten von Praktika. Das Praktikum während des Studiums dauert normalerweise sechs Monate. Weiter kann nach dem Studienabschluss ein Praktikum absolviert werden. Dieses dauert normalerweise ein ganzes Jahr. Der Lohn ist mit 50’000 Franken pro Jahr bedeutend höher als während anderen Praktika. Ob man solch ein Praktikum auf sich nehmen möchte, muss man selbst abwägen. Einerseits macht sich der Bund als Arbeitsgeber sicherlich gut auf dem Lebenslauf und der Einstieg in einen Beamtenjob ist ohne Praktikum sehr schwierig. Andererseits ist die Übernahme nicht garantiert und es kann also sein, dass man nach einem Jahr Praktikum nicht mehr für den Bund arbeiten kann. Das Spannende an den Hochschulpraktika ist, dass diese auch im Ausland, etwa in einer Botschaft, absolviert werden können. Da der Bund als Arbeitsgeber begehrt ist, ist das Aufnahmeverfahren selbst für ein Praktikum intensiv und die Konkurrenz sehr gross. Bewerben können sich alle, deren Abschluss nicht länger als zwölf Monate zurückliegt und die mindestens zwei Landessprachen beherrschen. Die Praktika können in verschiedenen Departementen wie etwa dem eidgenössischen Departement für äussere Angelegenheiten absolviert werden.

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