Höhere Fachschulen

Höhere Fachschulen

Neben Universitäten und Fachhochschulen gibt es in der Schweiz auch Höhere Fachschulen. Was sind Höhere Fachschulen genau und für wen macht es Sinn, diese zu besuchen?

Höhere Fachschulen bieten Berufsleuten mit einem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis EFZ einen eidgenössisch anerkannten Abschluss auf der Teritärstufe an. An den Höheren Fachschulen werden Studiengänge mit direktem Praxisbezug angeboten. Ihr Ziel besteht darin, Fach-und Führungskräfte in einem gewissen Bereich auszubilden. In der Schweiz bieten die Höheren Fachschulen 400 verschiedene Fachrichtungen an. Wer sich in einem gewissen Bereich weiterentwickeln will, dem bieten die Höheren Fachschulen theoretischen wie auch praktischen Unterricht an. Die Ausbildung beinhaltet das Absolvieren von Praktika. Das Ziel der Höheren Fachschulen besteht darin, die Fähigkeiten des vernetzten und methodischen Denkens zu verbessern.

Die Schweizer Schullandschaft besteht aus 138 verschiedenen Höheren Fachschulen, die Auswahl für Interessierte ist gross. Für viele Absolventen ist der Abschluss an einer Höheren Fachschule der erste grosse Schritt nach der Lehre.

Höhere Fachschulen
Theorie lernen gehört zur HF dazu

Aufbau der Bildungsgänge

Während die Universitäten in Fakultäten aufgeteilt sind, wird an den Höheren Fachschulen zwischen acht Bildungsbereichen unterschieden. Die Bildungsbereiche sind wie folgt unterteilt: 1. Technik, 2. Gastgewerbe, Tourismus und Hauswirtschaft, 3. Wirtschaft, 4. Land-und Forstwirtschaft, 5. Gesundheit, 6. Soziales und Erwachsenenbildung, 7. Künste, Gestaltung und Design sowie 8. Verkehr und Transport.

Die Ausbildungsdauer variiert je nach ausgewähltem Fach. Einige Bildungsgänge können bereits nach zwei Jahren abgeschlossen werden, andere hingegen dauern bis zu vier Jahre. Es besteht die Möglichkeit, die Höhere Fachschule Teilzeit oder Vollzeit zu besuchen. Das Vollzeitstudium dauert mindestens zwei Jahre. Das Teilzeitstudium hat eine Mindestdauer von drei Jahren.  Im Falle eines Teilzeitstudiums ist vorgeben, dass neben der Ausbildung mindestens fünfzig Prozent gearbeitet werden muss. Sind die Abschlussqualifikationen erfüllt, (dazu gehört etwa das Bestehen des letzten Praktikums und das Verfassen einer Abschlussarbeit) erhalten die Absolventen ein Diplom mit dem konkreten Berufstitel sowie dem Titel HF, zum Beispiel ‚‚Diplomierter Landwirt HF‘‘. Der Titel HF ist in der Schweiz geschützt.

Die Grundlage für die Ausbildung bilden Rahmenlehrpläne. Diese werden von den Schulen verfasst und vom Staatssekretariat für Bildung und Forschung genehmigt. Die Rahmenlehrpläne halten unter anderem die zu erreichenden Kompetenzen, die Koordination der schulischen und praktischen Bestandteile sowie die Prüfungsinhalte fest. Im Zentrum der Lehrpläne steht das Lösen von konkreten Problemstellungen.

ATUTOR

Zulassung

An einer Höheren Fachschule zugelassen ist, wer über ein Diplom der Sekundarstufe II verfügt. Weitere Zulassungsbedingungen unterscheiden sich je nach Fachrichtung. Die meisten Fachrichtungen verlangen eine Ausbildung EFZ im selben oder einem ähnlichen Bereich. Auch Diplome von Mittelschulen, wie etwa das Maturitätszeugnis, werden als Zulassung akzeptiert. Wer allerdings einen Schulabschluss hat, muss auch über praktische Berufserfahrung verfügen. Je nach Ausbildungsgang findet ein mehrstufiges Selektionsverfahren statt. Dieses kann unter anderem einen schriftlichen Eignungstest sowie ein Vorstellungsgespräch beinhalten. Oftmals werden Höhere Fachschulen mit Fachhochschulen verwechselt beziehungsweise verglichen. Ein wichtiger Unterschied besteht in den Zulassungsbedingungen. Eine Fachhochschule verlangt eine Berufsmaturität, eine höhere Fachschule eine Ausbildung EFZ. Obwohl die Fachhochschulen auch für ihre praktische Wissensvermittlung bekannt sind, wir hier im Verhältnis zu den Höheren Fachschulen vermehrt theoretisches Wissen vermittelt.

Höhere Fachschulen des Kantons Bern

Einige der 138 Höheren Fachschulen der Schweiz gehören den Höheren Fachschulen des Kantons Bern an. Die Schulen sind je nach Ausbildungsgang auf verschiedene Standorte im ganzen Kanton verteilt. 2018 besuchten 3203 Schülerinnen und Schüler einen der 38 Studiengänge. Unterrichtet wird je nach Kurs in den Unterrichtssprachen Deutsch, Französisch und Englisch. Zu den Höheren Fachschulen des Kantons Bern gehören unter anderem folgende Bildungsinstitutionen:  die Schule für Gestaltung Biel, die Technische Fachschule Bern, das Berner Bildungszentrum für Pflege, die Hotelfachschule Thun und die Höhere Fachschule für Wirtschaft Bern.

An der Hotelfachschule Thun kann in drei Jahren Vollzeitstudium das Diplom ‚‚Dipl. Hotelier-Restaurateur HF‘‘ erlangt werden. Unterrichtet wird an fünf Tagen, wobei auf sechs Monate Schule sechs Praktikumsmonate folgen. Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich, da die praktischen Kenntnisse in verschiedenen Bereichen vertieft werden, etwa in der Küche, an der Rezeption, in Hauswirtschaft oder im Bereich Kulinarik.

Ausbildungsgang: Fachfrau/mann Operationstechnik

Die Höheren Fachschulen der Schweiz bieten insgesamt 400 Fachrichtungen an. Im Bereich Gesundheit kann beispielsweise der Ausbildungsgang Fachfrau/mann Operationstechnik absolviert werden. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Während Operationen, insbesondere in unvorhersehbaren Notfällen, muss der Fachmann oder die Fachfrau lebenswichtige Sofortmassnahmen ergreifen und technische Vorbereitungen treffen. Die Ausbildung bereitet darauf vor, während Operationen die strukturelle, personelle und materielle Organisation sowie die Logistik sicherzustellen.

Die Ausbildung ist praktisch orientiert. Sechzig Prozent der Ausbildung erfolgt während Praktikas, nur vierzig Prozent der Ausbildung findet im Klassenzimmer statt. Die Studierenden haben Anspruch auf eine Praktikumsentschädigung von ungefähr 46’800.– im Jahr. Die Abschlussprüfung setzt sich zusammen aus der Qualifikation des Abschlusspraktikums, einer praxisorientierten Diplomarbeit und einem Fachgespräch. Zum Ausbildungsgang zugelassen wird, wer den Eignungstest besteht. Der Eignungstest prüft die kognitive sowie die persönliche Eignung. Anschliessend muss ein Eignungspraktikum von zwei Tagen absolviert werden. In einem dritten Schritt erfolgt ein Eignungsgespräch.

Hast du Fragen zu den Höheren Fachschulen?

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