Auslandsemester

09. Juli 2020

Auslandsemester

Viele Studierende profitieren von der Möglichkeit, ein Semester im Ausland zu studieren. Dieser Blog zeigt auf, wie das Auslandstudium funktioniert.

Fünf Jahre Studium können ganz schön lange sein. Da ist ein Semester im Ausland eine willkommene Abwechslung. Das Auslandsemester ist eine spannende, bereichernde Erfahrung. Allerdings ist die Planung des Auslandsemesters zeitintensiv und muss ernst genommen werden. Das Swiss-European Mobility Programme/Erasmus+ (eine Übergangslösung zum früheren Erasmus Programm) ermöglicht unkomplizierte Auslandaufenthalte an 200 Partneruniversitäten in ganz Europa. Studierende können einen Aufenthalt von ein bis zwei Semestern absolvieren.

Das Erasmus+ Programm ermöglicht allen Studierenden einen Auslandaufenthalt in Europa, welche an einer Universität eingeschrieben sind und sich mindestens im zweiten Studienjahr befinden. Auch ein Semester ausserhalb Europas ist möglich, erfordert aber etwas kompliziertere Vorbereitungen. Die Heimuniversität sowie die Gastuniversität müssen eine gemeinsame institutionelle Vereinbarung unterzeichnet haben, damit ein Aufenthalt möglich ist.

Wie wärs mit einem Semester in London?

Anmeldung

Ein Auslandsemester ist sowohl im Herbstsemester als auch im Frühlingssemester möglich. Allerdings muss beachtet werden, dass die Semester im Ausland zu unterschiedlichen Zeiten beginnen. Während England beispielsweise früher als die Schweiz beginnt, startet das Semester in Italien erst im Oktober.

Als erster Schritt sollte man sich auf der Webseite der eigenen Universität informieren, welche Universitäten im Ausland Partneruniversitäten sind. An all diesen kann man theoretisch ein Semester absolvieren. Allerdings verlangen einige Universitäten einen sprachlichen Eignungstest wie etwa den TOFL. Andere Universitäten verlangen die Empfehlung eines Professors. Hier sollte man sich im Vornherein bei den einzelnen Universitäten erkundigen.

Wer sich für ein Auslandsemester interessiert, hat sich frühzeitig, normalerweise bereits ein Jahr vor dem Studienbeginn, anzumelden. Genauere Angaben zu den Fristen findet man meistens im Büro für internationale Angelegenheiten der Universitäten. Die meisten Universitäten empfehlen, das Austauschsemester im letzten Bachelorjahr oder im zweiten Masterjahr zu absolvieren. Da sich sehr viele Studierende für ein Auslandsemester interessieren, wird man nicht immer gleich beim ersten Versuch angenommen oder muss gegebenenfalls mit seiner zweiten oder dritten Priorität vorlieb nehmen.

Lernvereinbarung

Wenn man die Zusage für das Auslandsemester erhalten hat, beginnt die eigentliche Planung erst recht. Normalerweise hat man mit einem Studienberater zu besprechen, welche Kurse man an der Gastuniversität gerne besuchen würde. Viele Universitäten geben ein Maximum an Credits an, die im Ausland erzielt werden können. Anschliessend unterzeichnet man einen Vertrag, die sogenannte Lernvereinbarung. Dieser Vertrag verschriftlicht die Ziele des Semesters und stellt sicher, dass die im Ausland erzielten Credits an der Heimuniversität auch tatsächlich angerechnet werden.

An der Gastuniversität angekommen, muss der geplante Stundenplan oft noch geändert werden, etwa weil ein Kurs gar nicht stattfindet oder sich als zu schwierig herausstellt. In diesem Fall ist es von grosser Bedeutung, den Lernvertrag anzupassen und an die Heimuniversität zu senden. Oftmals trifft man sich nach dem Semester nochmals mit dem Studienberater um die letzten Details bezüglich des Credittransfers zu besprechen. Generell funktioniert der Transfer gut, da die Universitäten alle das Bologna Punktesystem anwenden. Ein Problem kann aber beispielsweise sein, dass gewisse Vorlesungen im Ausland 6 Credits Wert sind, während diese in der Schweiz nur 3 Credits zählen. Eventuell kann man mit dem Studienberater aushandeln, dass man die Credits für ein Seminar verwenden darf.

Solch schöne Säle findet man nicht in jedem Land!

Stipendium

Selbstverständlich muss man sich auch um eine Unterkunft im Gastland kümmern. Je nach Universität erhält man hierbei aber Hilfe. Oftmals gibt es Wohnungen, die nur Gaststudierenden zur Verfügung stehen. Die Wohnungen können je nach Stadt sehr teuer sein, kann man aber mit dem ungefähr 1500 Franken hohen Erasmus-Stipendium, das jeder Austauchschüler erhält, bezahlen. Wer sich für den Austausch im Rahmen des Swiss-European Mobility Programme bewirbt, bewirbt sich gleichzeitig für das vom Bund finanzierte Erasmus-Stipendium. Das Stipendium wird anschliessend in zwei Raten ausbezahlt. Der Aufenthalt an der Gastuniversität ist kostenfrei. Man bezahlt, unabhängig von der ausgewählten Universität, die regulären Semestergebühren der Heimuniversität.

Vorteile des Auslandsemesters

Ein Vorteil des Auslandsemesters besteht darin, dass man seine Fremdsprachenkenntnisse verbessern kann. Trotzdem sollte man seine Sprachkenntnisse im Voraus realistisch einschätzen. Eine Sprache relativ gut zu sprechen oder komplexe universitäre Inhalte in einer Sprache zu verstehen, sind zwei Paar Schuhe. Man sollte zu Beginn des Semesters mindestens ein Sprachniveau von B2 haben. Aufgrund des universitären Levels wird man während des Semesters aber schnell Fortschritte erzielen. Viele Universitäten bieten auch Sprachkurse für die Austauschstudenten an. Insbesondere aufgrund der Verbesserung der Sprachkenntnisse macht sich ein Auslandsemester sehr gut auf dem Lebenslauf.

Doch nicht nur die sprachlichen, sondern auch die sozialen Fähigkeiten werden durch das Auslandsemester verbessert. Man lernt, offen auf fremde Menschen zuzugehen, sich selbständig in einem fremden Umfeld zurechtzufinden und sich bei Fragen (die ganz sicher auftauchen, spätestens wenn man den Hörsaal nicht findet) Hilfe zu holen. Oft entstehen während des Semesters Freundschaften, die später kostenlose Ferien in aller Welt ermöglichen. Das Tollste am Semester im Ausland ist wohl, dass man die Arbeit und das Vergnügen wunderbar vereinen kann.

Gefahren

Zu einem Nachteil kann werden, dass die Austauschschüler oft Englisch miteinander sprechen. Die von den Universitäten organisierten internationalen Anlässe finden praktisch alle in englischer Sprache statt. An vielen nicht englischsprachigen Universitäten besteht auch die Möglichkeit, alle Vorlesungen auf Englisch zu besuchen. Wenn man in Italien ist und beinahe nur Englisch spricht, ist das sehr schade. Meistens sind die Mitstudierenden des Gastlandes aber sehr herzlich und offen. Wenn man also mit Muttersprachlern Freundschaft schliesst, so kann man die Sprache des Gastlandes sprechen.

Andere Länder-andere Sitten. Diese Tatsache sorgt für viel Abwechslung während dem Semester. Allerdings gibt es auch Situationen, in denen man sie verflucht. Wer etwa feststellt, dass die Prüfungen im Gastland katastrophal schlecht organisiert sind oder dass die Kurse alle viel zu spät beginnen, gerät an seine Grenzen. Die Erfahrungen machen einen aber auch stärker.

Das Austauschsemester ermöglicht neben dem Studium viele spannende Erfahrungen und Spass. Leider laufen dadurch einige Schüler Gefahr, das Semester rein studientechnisch zu verschwenden. Es ist wichtig, dass man sich auch im Ausland in Selbstdisziplin übt. Wer ein gutes Zeitmanagement hat, der verliert durch das Austauschsemester kein Semester. Wer jedoch schlecht plant, der muss schlimmstenfalls wegen bloss eins zwei Kursen ein Semester länger an der Universität verbringen.

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